Die grenzüberschreitende Kooperation

Im Saarland und in Lothringen war die Wirtschaftsstruktur lange Zeit vom Bergbau und der ansässigen Stahlindustrie geprägt. Der wirtschaftliche Wandel machte es jedoch zunehmend unabdingbar, neue und innovative Wege in der Industrie einzuschlagen. Die Informations- und Biotechnologien gehören zu heranwachsenden Branchen, mit deren Hilfe – im Wesentlichen über mittelständische Unternehmen – neue Produkte entwickelt werden können.
Es sind zwar bereits biotechnologische Unternehmen im Saarland und in Lothringen angesiedelt; bisher wurde jedoch keine gemeinsame Forschungsstrategie - insbesondere zur Steigerung von deren Wettbewerbsfähigkeit oder zur Erschließung neuer Märkte - entwickelt. In der Großregion sind ebenfalls erstklassige Hochschulzentren ansässig; dennoch wird dieses günstige Umfeld nur von wenigen Unternehmen aus dem Biotechnologie- und Gesundheitssektor genutzt. Mit dem durch das Programm INTERREG IV A Großregion geförderten Projekt SaarLorBioTec sollen unter anderem auch die Beziehungen zwischen der staatlich und privat finanzierten Forschung auf dem Gebiet der Biotechnologie zum größtmöglichen beiderseitigen Vorteil verbessert sowie die industrielle Weiterentwicklung auf den Weg gebracht werden. Infolge dieses Projektes werden die Regionen Saarland und Lothringen im Bereich der pflanzlichen und mikrobiellen Biotechnologien auf internationaler Ebene besser wahrgenommen.

Das entstehende Biotechnologie-Netzwerk

Dreh- und Angelpunkt des Projektes SaarLorBioTec sind die beiden jungen Biotech-Unternehmen PomBioTech GmbH aus dem Saarland und Plant Advanced Technologies SA aus Lothringen. Beide Firmen möchten ihr Know-How und ihre Technologien zusammenführen, um neue Moleküle für den Kosmetik- und Pharmaziemarkt zu synthetisieren. Nur durch diese Verknüpfung können die Projektziele erreicht werden.
Die komplementären Eigenschaften bringen neue Technologien hervor – nicht nur zugunsten der beiden Unternehmen, sondern auch ihres akademischen Kooperationsnetzwerkes (Universität des Saarlandes, Institut National Polytechnique de Lorraine, Institut National de la Recherche Agronomique, Centre national de la recherche scientifique).
Durch die Ausdehnung dieser Kooperationen auf andere französische und deutsche Unternehmen sowie auf Firmen aus anderen europäischen Ländern wird der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung der Europäischen Union Rechnung getragen und somit ein Beitrag zur Stärkung der EU als wettbewerbsfähigen und dynamischen wissensbasierten europäischen Wirtschaftsraum im 3. Jahrtausend geleistet.