Thematische Ausrichtung des Projektes

Im Projekt SaarLorBioTec werden von den fünf Partnern innovative Technologien zur Erzeugung chemischer Moleküle mit hohem Mehrwert entwickelt. Auf dem Markt besteht eine große Nachfrage nach Molekülen, die nicht chemisch synthetisiert werden können. So sind derzeit die wirksamsten Moleküle zur Krebstherapie, die auf dem Markt erhältlich sind, pflanzlichen Ursprungs (z.B. Taxotere© und Navelbine©, die von Sanofi-Aventis bzw. Pierre Fabre Médicaments vertrieben werden).
Parallel zu diesen bereits eindeutig identifizierten bioaktiven mikrobiellen oder pflanzlichen Molekülen besteht seitens der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie ein sehr großes Interesse an der Entdeckung neuer potentiell aktiver Moleküle.
Durch die Zusammenarbeit der einzelnen Partner wird sich die grüne Biotechnologie von PAT mit der weißen Biotechnologie von PomBioTech GmbH verbinden, um neue eigene, umweltverträglichere Technologien für die Erzeugung pharmazeutischer und weiterer Moleküle zu entwickeln.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Aus wissenschaftlicher Sicht hat das Projekt zum Ziel, neue Verfahren zur Erzeugung von chemischen Molekülen mit hohem Mehrwert (Familie der Phenole oder Terpene) zu entwickeln. Diese Verfahren werden durch die Anwendung enzymatischer Systeme (P450-Formen oder Transferasen) in rekombinanten Pflanzen und die Nutzung rekombinanter Hefen realisiert.
Aus biologischen Gründen werden die ersten Schritte des Verfahrens an Pflanzen realisiert (Expertise in Frankreich) und die folgenden Schritte mit Hilfe von Spalthefen (Expertise in Deutschland) vorgenommen.
Die Expertise der Partner aus Nancy und Straßburg zur Synthese von Phenol- und Terpenprodukten bei Pflanzen und die Expertise der beiden Partner aus Saarbrücken, die über umfassende Erfahrung in der Biosynthese von Terpenen bei Bakterien und in der Expression rekombinanter Enzyme durch S. pombe-Hefen verfügen, wird zusammengeführt. Die Analyse der biosynthetischen Vorgänge in Pflanzen wird das Verständnis für die biosynthetischen Vorgänge in Bakterien und vice versa fördern. Für die Charakterisierung dieser biosynthetischen Vorgänge werden die neuen Ansätze eingebracht, die auf den komplementären Kompetenzen der verschiedenen Partner beruhen. Es geht dabei unter anderem um die Kompetenzen hinsichtlich der Identifikation von Genen, der Analyse von Proteinen und ihrer Interaktionen sowie der Untersuchung ihrer Funktion, insbesondere über verschiedene Screeningverfahren.

Die engen Verbindungen zwischen den Forschungsgruppen der Region (Nancy Université, Universität des Saarlandes und CNRS Strasbourg) und der schnelle Technologietransfer in die mittelständischen Unternehmen (PomBioTech GmbH, Plant Advanced Technologies SA) werden somit die Entwicklung neuer Produkte ermöglichen.